Zahnspangen: Kosten, Erstattungen, Faktoren, Absetzbarkeit, Ratenzahlung

Zahnspangen: Kosten, Erstattungen, Faktoren, Absetzbarkeit, Ratenzahlung

Von welchen Faktoren hängen die Kosten für Zahnspangen ab?

Die Kosten für Zahnspangen sind eine sinnvolle, oft sogar dringende Investition in die Gesundheit. Auch ein höheres Selbstbewusstsein und eine angenehmere Wirkung auf andere Menschen sind vernünftige Gründe für eine kieferorthopädische Korrektur.

Die Höhe der Kosten wird bestimmt durch:

  • Art und Umfang der Fehlstellungen,
  • das Ausmaß der gewählten Behandlungstechnik,
  • die Art der gewünschten Behandlung (zum Beispiel sichtbare / unsichtbare Zahnspange)
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Kieferorthopädischen Indikationsgruppen und Kostenübernahme der Krankenversicherung

Kieferorthopädische Indikationsgruppen Definition

In § 29 des 5. Sozialgesetzbuchs heißt es:

„Versicherte haben Anspruch auf kieferorthopädische Versorgung in medizinisch begründeten Indikationsgruppen, bei denen eine Kiefer- oder Zahnfehlstellung vorliegt, die das Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen erheblich beeinträchtigt oder zu beeinträchtigen droht.“

Der Gesetzgeber hat Art und Umfang der Zahnfehlstellungen und deren Erstattungsfähigkeit in 5 sogenannten „kieferorthopädischen Indikationsgruppen“ (KIG) definiert. Für Kinder unter 18 Jahren übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für eine Zahnspange grundsätzlich, wenn ein Kieferorthopäde eine Kieferfehlstellung der KIG 3 bis 5 nachgewiesen hat. Bei den KIG 1 und 2 müssen Patienten mit gesetzlicher Krankenversicherung die Behandlungskosten in der Regel selbst tragen.

Dies sind die Definitionen der Schweregrade der kieferorthopädischen Indikationsgruppen:

  • KIG 1: Leichte Zahnfehlstellungen, deren Behandlung nur aus ästhetischen Gründen gewünscht ist
  • KIG 2: Zahnfehlstellungen geringer Ausprägung, die zwar aus medizinischer Sicht korrigiert werden müssten, von der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen jedoch ausgeschlossen sind.
  • KIG 3: Ausgeprägte Zahnfehlstellungen, die aus medizinischen Gründen eine Behandlung erforderlich machen.
  • KIG 4: Stark ausgeprägte Zahnfehlstellungen, die aus medizinischen Gründen eine Behandlung dringend erforderlich machen.
  • KIG 5: Extrem stark ausgeprägte Zahnfehlstellungen, die aus medizinischen Gründen eine Behandlung unbedingt erforderlich machen.

Die Kosten verschiedener Zahnspangen-Arten:

Kosten für (herausnehmbare, transparente) Aligner

Bei transparenten, herausnehmbaren Zahnspangen werden je nach Art und Umfang der Behandlungsdauer 5 – ca. 50 „Aligner“ maßgefertigt.

Der Hersteller schreibt auf seiner Webseite: „Im Allgemeinen liegt der Preis einer Aligner-Behandlung zwischen 3.500 und 6.500 Euro. Je nach Ausprägung der Zahnfehlstellung sind Abweichungen nach unten oder nach oben möglich“.

Nach einer ausführlichen Eingangsuntersuchung erhalten Sie von uns einen verbindlichen Kostenvoranschlag.

Obwohl der Aligner eine anerkannte kieferorthopädische Behandlungsmethode ist, hat die Politik beschlossen, dass gesetzlich versicherte Patienten selbst bei den billigsten Zahnspangen keinerlei Kosten erstattet bekommen. Gesetzlich versicherte Patienten haben die Kosten von einer Aligner-Behandlung leider stets vollständig selbst zu tragen.

Kosten für lose Zahnspangen (für Kinder und Jugendliche)

Auch bei losen Zahnspangen beträgt der Eigenanteil 20%. Nach einer erfolgreichen Behandlung wird der Eigenanteil erstattet.

Das heißt: Wird die Behandlung nicht abgebrochen, ist sie kostenlos.

Kosten für Feste Zahnspangen ( Brackets)

Im Vergleich zu festen Zahnspangen, die „das Maß des Notwendigen nicht überschreiten dürfen“, erzielen Patienten unserer Erfahrung nach mit moderneren und ausgereifteren Systemen auf eine schonendere Weise in kürzerer Zeit optimale Ergebnisse.

Die „Brackets“ auf den Zähnen sind kleiner, dadurch bildet sich weniger Zahnbelag. Kleinere Brackets ermöglichen eine erheblich bessere Zahnreinigung. Der Verzicht auf Spanngummis ist hygienischer.

Für gesetzlich versicherte Patienten kann die Zuzahlung für ausgereiftere feste Zahnspangen je nach gewähltem System bzw. Upgrade 500 € bis 1600 € betragen.

Kosten für Innenliegende „linguale“ Zahnspangen

Die innen liegenden „lingualen“ (der Zunge zugewandte) Zahnspangen sind die optimale Lösung, wenn Patienten mit einem mittleren bis hohen Zahnkorrekturbedarf eine möglichst unsichtbare Zahnspange wünschen.

Linguale Zahnspangen werden mit Abdrücken Ihrer Zähne für jeden einzelnen Zahn maßgefertigt.

Aufgrund der idealen Materialeigenschaften werden linguale Zahnspangen in Gold gegossen. Auch der stark schwankende Goldpreis spielt hier eine Rolle.

Neben den Materialkosten ist ein entscheidender Faktor, wie viele Zähne die linguale Zahnspange umfasst. 8 Zähne nur im Oberkiefer? Oder alle 32 Zähne? Der individuelle Behandlungsumfang schlägt sich in einer Kostenspanne ca. zwischen 1.500 und 5.000 € pro Kiefer nieder.

Da die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten lingualer Zahnspangen nicht übernehmen, haben gesetzlich versicherte Patienten die Differenz zu einfachen festen Zahnspangen selbst zu tragen.

Kostenübernahmen der gesetzlichen Krankenversicherungen

Gesetzliche Krankenversicherungen tragen die Kosten kieferorthopädischer Leistungen, die lt. Gesetzestext „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich“ sind, und die „das Maß des Notwendigen nicht überschreiten dürfen“ (§29 und §92 SGB V).

Bei den „kieferorthopädische Indikationsgruppen“ (KIG, siehe oben) Schweregrade 3 bis 5 übernehmen die Krankenkassen die Kosten im Rahmen der kassenzahnärztlichen Versorgung (siehe SGB V).

Bei der Eingangsuntersuchung ermitteln wir den KIG-Schweregrad und stellen für Sie den Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse.

Die Behandlungskosten bestehen aus „erstattungsfähigen Kosten“, die durch die Krankenkassen finanziert werden, sowie „außervertraglichen Leistungen“ (AVL) für Behandlungs-Erweiterungen, die über die Leistung der Krankenkassen hinaus gehen.

Während der kieferorthopädischen Behandlung liegen die Eigenanteile der Patienten für die „erstattungsfähigen Kosten“ bei 20% der Behandlungskosten. Nach einem erfolgreichem Abschluss der Behandlung werden die Eigenanteile von der Krankenkasse erstattet.

Private Krankenversicherungen / Zahnzusatzversicherungen

Private Krankenversicherungen und private Zahnzusatzversicherungen (mehr dazu weiter unten) übernehmen die Kosten für die Kieferorthopädie im Rahmen der mit Ihnen geschlossenen Verträge.

Wir erstellen Ihnen einen Heil- und Kostenplan, den Sie zur Prüfung der Kostenerstattung bei Ihrer privaten Versicherung einreichen.

Zahnspangen Erstattungen Krankenversicherungen

Steuerliche Absetzbarkeit von medizinischen Leistungen

Laut § 33 Einkommenssteuergesetz (EstG) können Aufwendungen für medizinische Leistungen unter bestimmten Umständen als „außergewöhnliche Belastung“ oberhalb einer „zumutbaren Belastung“ steuerlich abgesetzt werden.

Ob und in welcher Höhe Sie den Eigenanteil einer kieferorthopädischen Behandlung absetzen können, erläutert Ihnen verbindlich Ihr Finanzamt oder Ihr Steuerberater.

Ratenzahlung

Kieferorthopädische Behandlungen sind mit Ratenzahlungen finanzierbar.

Hierfür arbeiten wir mit einem Abrechnungsunternehmen zusammen, welches Sie gerne über mögliche Finanzierungsmodelle berät.

Tipps zur Kostenerstattung

Für die Rückerstattung der Kosten durch Ihre Krankenversicherung müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Um sicher zu gehen, dass Sie Ihr Geld zurückbekommen, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Bewahren Sie den alle Rechnungen Ihres Kieferorthopäden im Original auf.
  • Achten Sie darauf, dass Sie oder Ihre Kinder die Zahnspange genau nach Anweisung des Kieferorthopäden tragen und die Kontrolltermine wahrnehmen. Lose Spangen müssen zum Beispiel regelmäßig nachjustiert werden.
  • Bei einem Abbruch der Behandlung erhalten Sie kein Geld zurück!
  • Lassen Sie sich am Ende der Behandlung eine Abschlussbescheinigung von Ihrem Kieferorthopäden ausstellen.
  • Reichen Sie die Rechnungen und die Abschlussbescheinigung bei Ihrer Krankenkasse bzw. der Zahnzusatzversicherung ein.
Kontrolltermine kieferorthopädische Behandlung

Wann trägt eine Zahnzusatzversicherung die Kosten für kieferorthopädische Behandlungen?

Da gesetzliche Krankenkassen nur für die Kosten einer „ausreichend, zweckmäßigen und wirtschaftlichen“ kieferorthopädischen Behandlung tragen, die „das Maß des Notwendigen nicht überschreiten dürfen“ (siehe oben), kann sich vor allem bei Erwachsenen eine Zahnzusatzversicherung lohnen. Bei Kindern zahlt sie in der Regel auch dann, wenn nur eine Fehlstellung der kieferorthopädischen Indikationsgruppe 1 bis 2 festgestellt wird. Bei den meisten Verträgen übernimmt sie auch die Kosten für Zusatzleistungen, wie zum Beispiel hochwertige „selbstligierende“ Bracket-Systeme. Für Aligner erhalten Sie meist einen Zuschuss.

Bitte beachten Sie: Die Zahnzusatzversicherung übernimmt die Kosten nur, sofern zum Zeitpunkt des Abschlusses der Versicherung noch kein kieferorthopädischer Handlungsbedarf diagnostiziert wurde.

Was kosten Zahnspangen, Faktoren

Die monatlichen Kosten für eine private Zahnversicherung betragen je nach Tarif zwischen 7 und 25 Euro. Generell gilt bei Zahnzusatzversicherungen: Je früher Sie sich für eine Zahnzusatzversicherung entscheiden, desto günstiger fällt die monatliche Rate aus.

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Es gibt nichts Gutes. Außer: Man tut es. (Erich Kästner)
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Video: Wie funktioniert eine Behandlung mit „unsichtbaren“ Zahnspangen / Alignern?

Erwachsene wollen durch eine schönes Lächeln besser auf andere Menschen wirken – und dadurch einen größeren Erfolg in Beruf und Privatleben erreichen.

Im Unterschied zu Jugendlichen sind bei erwachsenen Patienten Behandlungsformen beliebt, die nahezu unsichtbar sind, und die man bei Bedarf sogar einfach herausnehmen kann.

Das nachfolgende Video zeigt, was Sie bei der Behandlung erwartet.

Wie wird eine feste Zahnspange angebracht?

Der große Tag ist gekommen! Deine feste Zahnspange / das Bracket System wird auf Deine Zahnoberflächen geklebt.

Was Dich dabei erwartet, zeigt dieses Video:

Wie wird eine feste Zahnspange entfernt?

Endlich ist es so weit: Nach Deiner erfolgreichen Zahnkorrektur wird die feste Zahnspange entfernt.

Dieses Video zeigt, wie entspannt und schmerzfrei die Brackets entfernt werden. Zur Sicherung des Ergebnisses wird anschließend auf der Innenseite der mittleren Zähne jeweils ein kleiner Draht aufgeklebt – der „Retainer“. Von außen ist er unsichtbar, und schon bald fühlt er sich wie ein Teil Deiner Zähne an.

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Voraussetzungen Ihrer Behandlung

Damit wir Ihre kieferorthopädische Behandlung (bzw. die Ihrer Kinder) umsetzen können, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

 

  • Sie (Ihre Kinder) haben einen Zahnarzt, der Ihre Behandlung begleitet.
  • Ihr Zahnarzt hat bestätigt, dass die Zähne frei von Karies und das Zahnfleisch frei von akuter Parodontitis ist.

Fragebogen, Beratung, Behandlungsplan

Bitte lassen Sie uns vor dem ersten Beratungsgespräch unbedingt den ausgefüllten Fragebogen für Erwachsene bzw. Fragebogen für Kinder zukommen:

Nach einer gründlichen Untersuchung erläutern wir Ihnen in einem ausführlichen Beratungsgespräch, warum wir Ihnen die für Sie (bzw. Ihr Kind) beste Behandlungsmethode empfehlen. Anschließend erstellen wir Ihren individuellen Behandlungsplan.

Wir erläutern Ihnen auch die Kosten der Zahnspangen, und welche Kosten die Krankenversicherung übernimmt.

Vereinbaren Sie einfach einen unverbindlichen Beratungstermin und starten Sie durch zu Ihrem neuen Lächeln!

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In einem Beratungsgespräch erläutern wir Ihnen die Möglichkeiten der Kiefer-/ Zahnkorrektur für Sie oder Ihr Kind.

Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich.